Update 16.1.2020

Google hat am Donnerstag auf Twitter den Roll-Out des Januar 2020 Core Update für  nahezu abgeschlossen erklärt, gleichzeitig aber darauf hingeweisen, dass sich wie bei allen Google Core Updates die vollständige Abwicklung noch bis zu zwei Wochen dauern könnte.

Januar Core Update nahezu sbgeschlossen

Der Suchmaschinenbetreiber hatte am Montagmorgen auf dem Twitter-Account @SearchLiaison ein neues Kern Update,  das Januar 2020 Core Update angekündigt, das im Laufe des Tages über die verschiedenen Data Centers ausgerollt wurde. Seitdem zeigt MOZ „heißes Wetter“ an, sinnbildlich für heftige Fluktuationen in den SERPs.

Weather provided by MozCast

Damit ging das Neue Jahr für alle SEO-Verantwortlichen in den Agenturen und Unternehmen schon einmal mit einem fulminanten Auftakt los.  Sicherlich werden nun Millionen von Websites in den nächsten Tagen beobachtet, analysiert und ausgewertet  werden. Krisengespräche und Jubelarien dürften sich entsprechend der Auswirkungen dann von selbst ergeben.

Searchmetrics berichtet mittlerweile von ersten heftigen Reaktionen in den einschlägigen Foren. Je nach Auswirkung des Updates fallen die Kommentare entsprechend kritisch oder angetan aus.  Auswertungen der Verschiebungen hat auch Sistrix vorgenommen und dabei die im Searchmetrics-Beitrag angedeutete Involviertheit des Medizin-Sektors indirekt bestätigt.

Bei den konkreten Ergebnissen von Sistrix fällt auf, dass Websites aus Medizin, Pharma und Finanzen deutliche Gewinner und Verlierer sehen. Das Unternehmen sieht Google dabei auf den Spuren früherer Core Updates.

Google bleibt seiner Linie bei diesem Core Update treu: Domains, die sich inhaltlich mit YMYL (Your Money, Your Life)-Themen betreffen, werden vom Suchalgorithmus neu bewertet und gewinnen oder verlieren in ihrer Gesamtheit an Sichtbarkeit. Domains, die bereits früher von solchen Updates betroffen waren, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, erneut betroffen zu sein.

Wie bei Core Updates nicht unüblich, sind auch diesmal wieder ganze Websites von den Veränderungen positiv oder negativ betrtoffen. Die Auf- und Abstiege in den Rankings betreffen also nicht einzelne rankende Seiten bzw. einzelne Keywords sondern vielmehr die Gesamteinschätzung von Websites entlang von E-A-T.

Mittlerweile wurden von Google  in diesem Kontext noch zwei weitere Informationen publiziert.

Zum einen hat Google darauf hingewiesen, dass Webmaster ein Wunsch-Favicon definieren können, das dann in der Nähe der Suchmaschinenresultate erscheint. Ferner wurde auf die Adaption des Redesigns der Suchergebnisseiten auf Desktopgeräte hingewiesen,.

Beides zusammen darf wohl im Zuge des Versuchs einer zeitgemäßen Modernisierung des Layouts gesehen werden, wie ein Beitrag von Jamie Leach,  Senior Interaction Designer, Search bei Google im Mai 2019  ausgeführt hatte, als die optischen Neuerungen zunächst auf mobilen Geräten ausgespielt wurde.

Ankündigung und Bestätigung des Januar 2020 Core Update

Die Ankündigung ist in bekannter Google-Manier formelhaft gehalten und  u.a. von Barry Schwartz der Community vorgestellt worden.

Google Januar 2020 Core Update live

„Wir veröffentlichen heute später ein umfassendes Update für den Kernalgorithmus, wie wir es mehrmals im Jahr machen. Es wird „Core Update Januar 2020″ genannt werden. Unsere Anleitung zu solchen Updates bleibt unverändert.“

Später wurde auch die Durchführung bestätigt.

Google Januar 2019 Core Update bestätigt

„Das Core Update für Januar 2020 ist jetzt verfügbar und wird in den kommenden Tagen in unseren verschiedenen Rechenzentren durchgeführt.“

Core Updates 2019 und früher

Schon 2019 hatte es einige aufsehenerregenede Updates gegeben, darunter u.a. die Core Updates vom März 2019, Juni 2019 und September 2019, im Jahr zuvor hatte das„Medic Update“ massive Veränderungen bei News-Seiten aus dem Gesundheitssektor nach sich gezogen.

Das September-Update hatte u.a. ein ganzes Geschäftsmodel ins Wanken gebracht. Das Update von Google führte dazu, dass bestimmte Content-Modelle bestraft wurden. Das Google Core Update vom September 2019 traf viele Subdomains, die auf bekannten High-Authority-Domains gehostet wurden.  Es wurde spekuliert, dass Google mit dieser Änderung gegen ein Geschäftsmodell vorgehen wollte, das als Subdomain-Leasing, Whitelabel-Affiliate-Marketing oder Whitelabel-Leasing bezeichnet wird.

Im Juli 2019 sorgte zuvor  das Google Maverick Update   nur kurz für Aufregung. Im November 2019 schließlich kam es noch zu einem größeren Update, das ausschließlich lokale Rankings betraf und u.a. Servicebetriebe in Unruhe versetzte.

Das letzte  Core-Update vom September 2019  hatte unterm Strich nicht die extremen Auswirkungen wie etwa das Update vom März 2019.

Auf die letzten Core-Updates zu reagieren war aus Sicht von Google sinnlos. Google hat auch  nur sehr allgemeine Hinweise gegeben, was zu beachten ist, wenn Sie in der Vergangenheit von einem Core Update betroffen waren. Weitere Anmerkungen von offizieller Google-Warte aus finden Sie  hier.

Webmaster können Auswirkungen des Updates nicht aktiv korrigieren

Die Kernpassage aus diesem Statement macht klar, dass Google den betroffenenen Websites mit auf den Weg gibt, dass “ nichts falsch“ mit ihren Inhalten sei, eher die Einschätzung bzw. Einordnung durch Google

There’s nothing wrong with pages that may perform less well in a core update. They haven’t violated our webmaster guidelines nor been subjected to a manual or algorithmic action, as can happen to pages that do violate those guidelines. In fact, there’s nothing in a core update that targets specific pages or sites. Instead, the changes are about improving how our systems assess content overall. These changes may cause some pages that were previously under-rewarded to do better.

One way to think of how a core update operates is to imagine you made a list of the top 100 movies in 2015. A few years later in 2019, you refresh the list. It’s going to naturally change. Some new and wonderful movies that never existed before will now be candidates for inclusion. You might also reassess some films and realize they deserved a higher place on the list than they had before.

Auf Deutsch übersetzt, liest es sich in etwa so:

An Websites, die nach einem Core Update möglicherweise eine schlechtere Leistung erzielen, ist nichts auszusetzen. Sie haben weder gegen unsere Webmaster-Richtlinien verstoßen, noch wurden sie einer manuellen oder algorithmischen Aktion unterzogen, wie dies bei Seiten der Fall sein kann, die gegen diese Richtlinien verstoßen.

In der Tat enthält ein Core Update nichts, das auf bestimmte Seiten oder Websites abzielt. Stattdessen geht es bei den Änderungen darum, die Bewertung von Inhalten durch unsere Systeme insgesamt zu verbessern. Diese Änderungen können dazu führen, dass einige Seiten, die zuvor schlechter bewertet waren, besser abschneiden.

Eine Möglichkeit, sich die Funktionsweise eines Core Updates vorzustellen, besteht darin, sich vorzustellen, dass Sie eine Liste der 100 besten Filme des Jahres 2015 erstellt haben. Einige Jahre später, 2019, aktualisieren Sie die Liste. Diese wird sich natürlich ändern. Einige neue und wundervolle Filme, die es noch nie gegeben hat, können nun aufgenommen werden. Sie können auch einige Filme neu bewerten und stellen fest, dass sie einen besseren Platz auf der Liste verdient haben als zuvor.

Es sind nach dieser Lesart keine spezifischen Maßnahmen zur Wiederherstellung möglich, da es sich primär nicht um fehlerhafte Website-Gestaltung oder -administration der betroffenen Unternehmen handelt.  Es geht also nicht gegen Black Hat SEO oder schlechten Content. Aktionismus ist deshalb zwecklos.

 


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